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Entspannte Yoga-Tage: Sumberkima | Bali, Indonesien

Eine für eine Bali-Reise typische Aktivität ist der Aufenthalt in einem Yoga-Retreat, einer Art Wellness-Hotel mit Fokus auf diesen Sport. Da wir sehr gerne viel Yoga machen, uns die meisten Angebote aber entweder zu teuer oder zu detailliert durchgeplant sind, entscheiden wir uns dazu, uns unser eigenes Entspannungsprogramm zusammen zu basteln. Dafür suchen wir uns eine schöne Villa (gefühlte 80% der Unterkünfte werden auf Bali als Villen bezeichnet) im Sumberkima Hill Resort. Außerdem wollen wir bewusst den weniger touristisierten Norden erkunden.

Von der großen Terrasse (mit Riesencouch) genießen wir einen atemberaubenden Ausblick auf das Meer, die dicht bewachsenen Hügel sowie die massiven Vulkane der Nachbarinsel Java. Diese sind tagsüber jedoch oft wolkenverhangen und deshalb kaum am Horizont auszumachen. In den Abendstunden klart es aber meist auf, wodurch wir spektakuläre Sonnenuntergänge beobachten dürfen. Wir praktizieren die unterschiedlichsten Arten Yoga (angeleitet, freier, sportlicher, entspannter, ruhiger) zu ganz verschiedenen Tageszeiten. Außerdem genießen wir den direkten Zugang zu dem großen Pool, in dem wir täglich schwimmen gehen und die Tatsache, dass vor unserem Haus Maracujas wachsen. Des Weiteren verbringen wir viel Zeit mit Lesen, Spielen, Kochen und tollem Essen. Der nahe gelegene Spa-Bereich des Resorts wird vor allem von mir (Eva) ausgiebig genutzt und ich komme zu diversen verschiedenen Behandlungen. Wir erkunden die Umgebung bei einer sonnigen Wanderung und nutzen außerdem die Zeit, um unsere Weiterreise zu planen.

Da der Norden Balis für Delfinsichtungen bekannt ist, begeben wir uns eines frühen Morgens (Abfahrt 05:00 Uhr) mit einem traditionellen indonesischen Fischerboot (Jukung) auf die Suche nach den Meeressäugern. Im Licht der aufgehenden Sonne entdecken wir dann zwei größere Schulen, die alle paar Minuten zum Luftholen an die Oberfläche kommen. Die Beobachtung erfüllt uns mit ganz viel Freude. Jedes Mal, wenn die Tiere auftauchen, versuchen wir mehr Einzelheiten zu erspähen und grinsen dabei übers ganze Gesicht. Von unserer Position am Bug des kleinen Bootes können wir außerdem die Sonne genießen und blenden alles andere für den Moment aus.

Im krassen Gegensatz zu diesem entspannenden Erlebnis steht unsere Rückfahrt nach Denpasar zum Flughafen. Für die ca. 140 km Strecke benötigen wir unvorhersehbarerweise statt den angekündigten vier Stunden das doppelte an Zeit. Der Grund hierfür ist, dass auf Bali an diesem Tag ein hinduistischer Feiertag ist (am Vortag war eine große Zeremonie), weshalb gefühlt ganz Bali auf den Straßen unterwegs ist und Ausflüge macht. Unser Fahrer gibt sich aber alle Mühe, uns rechtzeitig an unser Terminal zu bringen, was einige Hollywood-reife Überholmanöver einschließt. Im Film fühlen sich solche Situationen immer positiv spannend an – ganz im Sinne des großen Action-geladenen Finales kurz vor dem Ende. In der Realität bringt das Gefühl uns an unsere Grenzen. Teilweise minutenlang stillzustehen und nicht zu wissen, wann es weiter geht ist wirklich ätzend. Glücklicherweise schaffen wir es noch einigermaßen pünktlich zum Flughafen. Wir können (zwar fix und fertig) bestätigen, dass das Gefühl, wenn der/die Protagonist*in am Ende des Streifens entspannt die Gangway entlangläuft, eine echte Erleichterung ist.

Die Entspannung, die Wärme, die viele Bewegung, die hohe Luftfeuchtigkeit und das viele Draußensein empfinden wir als sehr wohltuend. Unsere Zeit in Indonesien war voller spannender Eindrücke und wir sind froh, dass wir so viele Facetten von Bali entdecken durften. Trotzdem freuen wir uns sehr auf die Weiterreise, auch wenn wir die fantastische Pflanzenvielfalt, die ungeheure Blütenfülle und das angenehme Klima (konstante, sonnige 25-30°C mit gelegentlichem Regen) vermissen werden.

Viele tropische Grüße,
Eva & Felix

Ganz liebe Grüße,
Felix & Eva
(03.06. – 09.06.)

Zu den Sonnenuntergängen: Pasut | Bali, Indonesien

Hier verbringen wir eine ganz intensive Zeit. Nachdem wir das sehr touristische Sanur wieder verlassen haben, freuen wir uns über unsere ruhige, etwas abseits gelegene Unterkunft. An einem wunderschönen, breiten, endlosen Strand mit weichem, schwarzem Vulkansand liegt eine kleine Hütte, bestehend aus einem Raum mit gemütlichen Bett, einer winzig kleinen Außenküche, einem draußenliegenden Badezimmer mit Palme in der Mitte und einer großen Holzterrasse. Direkt an den Strand grenzen riesige Reisfelder und Wassermelonenplantagen, welche von tollen, dichten Palmenwäldern gesäumt sind. Farblich trifft das satte Grün der Pflanzen auf den intensiv schwarzen Sand sowie auf das Blau-Grau des Meeres. Jeden Abend wird das komplette Bild in atemberaubende, warme Sonnenuntergangsfarben getaucht. Diese Gelb-, Orange- & Rottöne des Himmels spiegeln sich meist im nassen Sand und erweitern so das Farbenspiel um eine zusätzliche Komponente.

Unsere Zeit hier ist geprägt von Zweisamkeit, Entspannung und einigen wundervollen Erlebnissen/Momenten. Das Meer ist hier wunderschön und wir können stundenlang einfach nur draußen sitzen und dem endlosen Ablauf der teils riesigen Wellen beim Anrollen, Schaum schleudern, Brechen und wieder Zurückziehen zusehen. Natürlich nutzen wir die Möglichkeit und sind jeden Tag im Wasser und damit beschäftigt über die Wellen zu springen, darunter hindurch zu tauchen oder uns einfach von ihnen durch die Gegend schleudern zu lassen. Außerdem machen wir ein paar Strandspaziergänge, viel Yoga, spielen häufig Rommé und lesen auf der Terrasse bzw. im Bett (mit Blick aufs Meer).

An einem Tag fahren wir einige Strände weiter, wo wir einen Surfkurs machen. Mit unseren Surflehrern Al & Mr.Bolu sind wir über eine Stunde im Meer unterwegs und schaffen es beide mehrfach eine Welle entspannt zu surfen. Irgendwann sind unsere Arme und Oberkörper allerdings sehr erschöpft und auch unsere Mägen spüren die Anstrengung und ungewohnte Bewegung. Trotzdem hat es uns jede Menge Adrenalinschübe bereitet und wir haben dabei viel gegrinst.

Wir haben diesen besonderen Ort unter anderem für meinen (Evas) 25. Geburtstag ausgesucht, den wir natürlich entsprechend feiern. Zu einer Geburtstagsfeier gehört selbstverständlich eine Torte, weshalb ich (Felix) im Vorfeld viel Zeit und Kreativität einsetze, um eine Pfannkuchen-Ananas-Bananen-Creme-Schoko-Knuspertorte zu backen. Außerdem sind für mich (Eva) Erdbeeren an diesem Tag ein Muss (zum Glück gibt es die sogar auf Bali). Den Tag selbst verbringen wir total entspannt mit einem ausgiebigen Frühstück, Yoga, baden, einem Spaziergang durch die Reisfelder, spielen, TORTE!!!!!!!, telefonieren, Geschenke auspacken, kochen und essen (Kartoffelknödel, Bratensoße und Karottengemüse -> einfach wundervoll).

Ein anderes, besonderes Erlebnis ist unser Ausflug zu „Kuda P“, einem Reiterhof, von wo aus wir einen Ausritt an den örtlichen Strand bei Sonnenuntergang unternehmen. Ich (Eva) genieße den Ausritt sehr und bin im Umgang mit dem Pferd sehr entspannt. Da ich (Felix) kaum Erfahrungen mit Pferden habe (bis auf ein Pferd mit Autopilot auf Island), bin ich mit der ganzen Situation etwas überfordert und kann es nicht 100%ig genießen. Der Sonnenuntergang ist aber wieder wunderschön und nach unserem eineinhalb stündigen Ausflug gibt es zur Stärkung noch gebackene Bananen.

Ein spezielle Besonderheit an unserer Unterkunft ist, dass der Strand von der örtlichen Jugend als Treffpunkt genutzt wird. Das klingt an sich noch nicht nach etwas Besonderem, allerdings gehört zu diesen Treffen, dass jeder seinen Motorroller mitbringt. Mit diesen werden dann den gesamten Nachmittag lang Rennen am Strand veranstaltet. Die teilweise bis zum Anschlag aufgemotzten Motorräder haben einen Geräuschpegel, gegen den ein Picknick neben einem starteten Düsenjet nach purer Entspannung wirkt. Nach einiger Zeit lässt sich das jedoch einigermaßen ausblenden und glücklicherweise dauern diese Treffen nie länger als bis zum Sonnenuntergang um ca. 18:30 Uhr.

Unsere Zeit hier am Pasut Strand zeigt uns nochmal eine weitere Seite von Balis wunderschöner Natur. Die Mischung aus der nordisch-angehauchten Pazifikatmosphäre, dem Wissen, dass hinter dem Horizont die Antarktis liegt, der tropischen Pflanzenwelt und den warmen Temperaturen ist wirklich einzigartig und wir fühlen uns hier sehr wohl. Den gigantischen Sternenhimmel hier draußen bewundern wir regelmäßig, während häufig Fledermäuse über unsere Köpfe durch die Nacht fliegen. Tagsüber sind es die vielen kleinen Schwalben, die haarscharf an uns vorbeiflitzen. Das Rauschen der Wellen begleitet uns permanent. Es ist wunderschön hier. Für uns beide.

Ganz liebe Grüße,
Eva & Felix

Ganz liebe Grüße,
Felix & Eva
(28.05. – 03.06.)

Einen Traum erfüllen: Sanur | Bali, Indonesien

Mit vielen Eindrücken aus der Gegend rund um Ubud steuern wir nun Meernähe auf Bali an und landen im Südosten der Insel am Sanurstrand. Die Wahl fällt ganz bewusst hierauf, da wir uns danach gerichtet haben, wo wir gut das Kitesurfen ausprobieren können. Vor ungefähr zwei Jahren durften wir in Dänemark einige KitesurferInnen beobachten, wie sie wunderschön durch den Wind über die Wellen „geschwebt“ sind. Seitdem ist es ein größerer Traum von mir (Eva), dies zu lernen. Die folgenden Tage sind wir also ziemlich vom Wind abhängig bzw. richten sich unserer Tage sehr nach diesem aus, da ohne Wind der Kite nicht fliegen kann (ähnlich wie beim Drachensteigen).

Die ersten beiden Tage vor Ort haben wir Glück und können Kitesurfstunden nehmen. Bevor wir allerdings zur Surfschule gehen, lesen wir uns erst anhand der Studybooks über physikalische Zusammenhänge ein und verstehen viel darüber, wie der Wind für das Kitesurfen „funktioniert“. Mir (Eva) raucht irgendwann der Kopf (Physik war nicht gerade mein Lieblingsfach), aber die Motivation es zu verstehen und auszuprobieren ist voll da. Wundervollerweise lasse auch ich (Felix) mich von dieser Freude anstecken, wodurch wir am ersten Tag gemeinsam noch an Land lernen, den Aufbau des Kites erklärt bekommen und üben, den Kite zu steuern sowie am zweiten Tag zusammen mit einem Lehrer und einem Bootsfahrer ins Wasser gehen. Dort werden wir durch den Kite zuerst durchs Wasser gezogen (noch ohne Brett), was richtig viel Freude macht. Später kommt das Brett dazu und damit die Versuche aufzustehen, was jedoch etwas schwieriger ist als gedacht. Da in den Tagen darauf leider der Wind nicht mehr ausreicht, um direkt daran weiter anzusetzen, nehmen wir uns vor, dies an anderen Orten (vielleicht ja mal in Dänemark oder Deutschland) weiter zu verfolgen.

Sanur ist ziemlich touristisch gestaltet durch einige Cafés, Geschäfte und Restaurants. Wir entdecken ein kleines, nettes Café, kaufen uns u.a. neue Badehosen, essen mal wieder Baguette und wunderbare Waffeln (es gibt hier eine französische Bäckerei) und sitzen in entspannten Strandrestaurants. Ansonsten erhalten wir durch unseren Gastgeber eine riesengroße Gemüseladung von der Insel (rote Beete, Blumenkohl, Brokkoli, Karotten, Kartoffeln, Salat, Tomaten, Gurken, Lauchzwiebeln…), die wir in verschiedenen Gerichten verwerten. Es ist großartig, mal wieder mit so viel unterschiedlichem Gemüse kochen zu können (wir bewahren unsere Lebensmittel geschützt vor den vielen Ameisen, Raupen und Geckos fast vollständig in der einzig fest verschließbaren Möglichkeit – im Kühlschrank – auf).

Weiter genießen wir es, häufig Yoga praktizieren zu können (u.a. im schönen Garten) und Meeresschildkröten in einer Schutzstation zu besuchen. Hierfür brauchen wir allerdings mehrere Anläufe, da uns einmal das Wetter in die Quere kommt (es schüttet und wir machen es uns drinnen gemütlich) und ein anderes Mal ein Reifen eines Rades platzt, mit dem wir unterwegs sind (die Straßen hier sind gesäumt von großen Schlaglöchern).
Unterwegs sehen wir weitere Seiten Balis – einfachere Häuser, zusammengehauene Verkaufsstände und, was uns richtig ärgert und wir leider immer wieder beobachten: riesige Müllberge bzw. verteilter Müll am Straßenrand oder auf den Wiesen. Laut einem Fahrer, den wir auf das Thema „Müll“ ansprechen, ist die Situation schon besser geworden, es sei früher viel schlimmer gewesen. Wir finden das, was wir ständig sehen (Müll wird verbrannt, da dies die „einfachste Möglichkeit ist“ / Müll liegt an Land / Müll schwimmt im Meer / Tiere suchen Lebensmittelreste im Müll…) immer noch schlimm.

Nach längerer Recherche machen wir uns nach sechs Tagen in einen für uns neuen Teil der Insel auf. Vor allem für das Kitesurfen war dieser Ort toll und wir freuen uns sehr, dass sich die Neugierde an diesem Wassersport positiv bestätigt hat.

Liebe tropische Grüße,
Felix und Eva

Liebe Grüße,
Eva & Felix
(22.05. – 28.05.)

Spirituelle Hipster & Reisfelder: Ubud | Bali, Indonesien

Nach einer sehr kurzen Nacht erreichen wir um sechs Uhr morgens den Flughafen in Bangkok. Unser Flieger startet um 09:35 Uhr und wir denken, dass wir reichlich Puffer eingeplant haben. Durch die unfassbar lange Schlange am CheckIn-Schalter von ThaiAirways werden wir aber eines besseren belehrt. Nach beinahe zwei Stunden Warterei haben wir endlich unsere Tickets und bis wir es schließlich zum Gate schaffen, ist nicht mehr viel Zeit, bis das Boarding startet. In guten dreieinhalb Stunden fliegen wir nach Denpasar, der Hauptstadt von Bali. Nach der Landung erfahren wir, dass die indonesischen Behörden und Flughafenmitarbeitenden ähnlich zügig arbeiten wie die thailändischen und so beginnt eine zweite (und dritte und vierte) Runde des Schlangestehens, bis wir den Flughafen endlich verlassen können.

Eines der wohl ikonischsten Bilder von Bali sind für uns die vielen grünen Reisfelder, weshalb wir uns für unseren ersten Stopp für ein kleines, zweistöckiges Bambus-Baumhaus inmitten der grünen Reisterrassen entschieden haben. Der Weg zu der Hütte führt mitten durch die Plantage und vor unserem Balkon wachsen Palmen, Papayabäume und Kaffee. Wir werden von Gede, der zusammen mit seiner Frau Made das AirBnB betreibt (die uns immer sehr leckeres Frühstück serviert), vom Flughafen abgeholt und in die Nähe der Stadt Ubud gefahren. Die beiden sind, wie die meisten Einheimischen, sehr freundlich und offen und gewähren uns in den kommenden Tagen viele tiefe Einblicke in ihre Kultur, den Hinduismus und ihr alltägliches Leben.

Wir besuchen eine Bio-Plantage, auf der verschiedene einheimische Nutzpflanzen, wie Mangos, Ananas, Papaya, schwarzer sowie weißer Pfeffer, Kakao, “ Snakefruits“ (maronenartige Früchte mit einer Schale, die an Schlangenhaut erinnert), Mangostinen (haben nichts mit Mangos zu tun), Bananen und Kaffee angebaut werden. Nach einer kleinen Führung dürfen wir im Anschluss verschiedene leckere Tees und Kaffeesorten bei einem tollen Ausblick verkosten. Es gibt Zitronengras-, Safran-, Rosella-, Mangostine-, Reis- sowie Ingwertee. Außerdem probieren wir Ginseng-, Avocado-, Kokosnuss-, Vanille- sowie herkömmlichen Kaffee, Moccachino und Kakao. Eine Spezialität, welche hier produziert wird, ist der „Kopi Luwak“. Für die Herstellung dieser Kaffeespezialität durchsuchen die Farmer*innen die Plantage nach den Ausscheidungen der Luwaks, katzen- bzw. fuchsartigen Säugetieren, die die Kaffeefrüchte fressen. Die Kaffeebohnen überstehen den Verdauungsprozess unbeschadet und werden im Anschluss gereinigt, geröstet, gemahlen und dann aufgebrüht. Klingt im ersten Moment ziemlich eklig (im zweiten auch), ist aber eine Delikatesse, die bei uns 300-400€/kg kostet. Schmecken tut er übrigens ganz gut, ein wenig säuerlicher als klassischer Kaffee, auch wenn er unserer Meinung nach das Geld nicht unbedingt wert ist. 😉 Eine Tasse hat uns hier ca. 3,50€ gekostet.

Im Anschluss besuchen wir einen der zahlreichen hinduistischen Tempel, bei dem uns Gede viel über diese Religion und die unzähligen Zeremonien erklärt, die von den Gläubigen praktiziert werden. Da jede Familie einen eigenen Tempel auf dem Grundstück hat, sind der Anblick der verzierten, verschnörkelten und geschmückten Tempelarchitektur, der stetige Geruch nach Räucherstäbchen und die immer wieder auftauchende/n Musik/Gesänge hier allgegenwärtig. Bali ist im Gegensatz zu den vielen anderen Inseln Indonesiens hauptsächlich vom Hinduismus geprägt. Aber auch andere Religionen sind hier vertreten und wir entdecken während unserer Zeit auf Bali noch einige Moscheen (der Islam ist in Indonesien am stärksten verbreitet) und auch christliche Kirchen.
Es ist schön, mit welcher Offenheit und Herzlichkeit wir von den Leuten empfangen und eingeladen werden, mehr über ihre Kultur & Religion zu lernen. So ist es selbstverständlich, dass hier auch Tourist*innen beispielsweise an einer spirituellen Reinigung im Tempel teilnehmen können.

Ein Highlight unserer Zeit hier ist die Wanderung auf den „Mount Batur“, einen der aktiven Vulkane Balis. Hierfür klingelt unser Wecker entspannt um 01:30 Uhr in der Nacht, damit wir gegen 3:30 Uhr mit dem eine Stunde entfernten Aufstieg beginnen können. Das Ziel ist es, den Sonnenaufgang um kurz nach sechs vom Gipfel aus zu erleben. Mit Taschenlampen ausgestattet wandern wir mit unserem Guide erst durch viele Plantagen und anschließend den sehr steilen Pfad hinauf. Immer wieder sehen wir andere Leute in der Ferne mit ihren Lampen leuchten und erkennen schnell, dass diese Wanderung eine der vielen angesagten Attraktionen hier auf der Insel ist. Nach einem schweißtreibenden Aufstieg sind wir zwar rechtzeitig oben, aber leider machen uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung. Nur einige kurze Augenblicke lang lichtet sich der Nebel und gibt den atemberaubenden Blick auf die von Vulkanen geprägte Landschaft, die Nachbarinsel Lombock und die aufgehende Sonne frei. Etwas enttäuscht machen wir uns auf und umrunden noch den gewaltigen Vulkankrater. Diese Gratwanderung beschert uns dann noch einige wunderschöne Panoramablicke und der Weg durch die karge und doch üppig bewachsene Natur auf schwarzen Geröllfeldern macht uns wirklich Freude, bevor wir uns wieder an den Abstieg machen. Nach der anstrengenden Tour verbringen wir den Vormittag in den „Hot Springs“, einer Art von heißen Quellen gespeisten Therme und erholen unsere müden Körper.

In den nächsten Tagen erkunden wir die Gegend auf eigene Faust. Hierzu mieten wir uns entweder Fahrräder oder einen Roller und besuchen verschiedene Gebiete in und um die Stadt Ubud. Wir fahren zu den Reisterrassen Tegalallang (bekannt aus dem Film „Eat, Pray, Love“ und dementsprechend überbewertet :D), genießen ein veganes, balinesisches Buffet, lernen bei einem indonesischen Kochkurs auf einer nachhaltig bewirtschafteten Farm die traditionelle Zubereitung (auf offenem Feuer) von Gerichten wie Tempeh Saté, Bumbu Bali (Gewürzmischung die als Grundlage für alle Speisen dient), zweierlei Sambal, Berkedel Jagung (Mais-Pfannkuchen), in Bananenblättern gedämpften Tofu, etc., schlendern über den lokalen Markt, kaufen fantastisches Obst, besuchen einen Wasserfall, genießen es, endlich wieder eine Küche zur Verfügung zu haben, wandern am „Campuhan Ridge Walk“ entlang, kosten die fantastischen Ausblicke über die riesigen Reisterrassen aus und realisieren dabei immer mehr, wie sehr diese Insel von modernem Tourismus geprägt ist. So sind z.B. die Preise auf bzw. teils über europäischem Niveau, in einer kleinen „Kunststadt“ wie Ubud finden sich Starbucks, Ralph Lauren und Co. und von jeder Ecke schreien einen Instagram-würdige Läden an. Auch die vielen Tourist*innen wirken weniger wie entspannte Backpackende, Aussteigende oder Naturliebhabende, sondern viel mehr wimmelt es hier von Influencer*innen und solchen die, es werden wollen. Das Ganze ist etwas anstrengend, aber auch durchaus unterhaltsam.

Ein weiterer Höhepunkt für uns ist der „Monkey Forest“ mitten in Ubud. Diese Sehenswürdigkeit ist ein großes, schön gepflegtes Stück Regenwald rund um einen alten Tempel, in dem über 1000 Makaken leben. Diese Affen sind sehr stark an Menschen gewöhnt, weshalb sie kaum scheues Verhalten zeigen. Wir können zahlreiche von Ihnen in allen Altersstufen, vom Baby bis zum Greis, aus nächster Nähe beobachten und viele tolle Fotos schießen. Auch hier ist natürlich die Instagram-Fraktion vertreten und die Leute stehen Schlange um ein bescheuertes Selfie mit einem der Affen auf der Schulter zu bekommen (was die Tiere nur mitmachen, weil sie dafür Nahrung bekommen). Wir versuchen die Tiere möglichst unbehelligt zu lassen, auch wenn sie mehrfach versuchen an unseren Rucksack mit den Vorräten zu kommen. Neben den Primaten sind die Wege in der Anlage wirklich sehenswert und wir verlieren uns in den wunderschönen Holzbrücken, die mitten durch die fantastische Vegetation führen.

Unser erster Eindruck von Bali, Indonesien zeigt sich auf jeden Fall intensiv. Das weiterhin tropische Klima erlaubt es uns, quasi ununterbrochen draußen zu sein (das Baumhaus ist offen) und wir freuen uns sehr über die üppige Pflanzenvielfalt. Vor allem die sehr entspannte Stimmung in den Reisfeldern kombiniert mit dem tiefen Einblick, welche harte Arbeit die Menschen in den Reisanbau investieren, beeindruckt uns. Die indonesische Küche ist ganz nett, aber haut uns nicht komplett vom Hocker, obwohl es schön ist zu sehen, mit wieviel Stolz die Balines*innen von ihren Reisgerichten schwärmen. Die vielen kulturellen Eindrücke und die tollen Erlebnisse machen uns sehr viel Freude und lassen uns über das touristisierte Hipstertum hinwegsehen.

Ganz liebe Grüße,
Eva & Felix

Ganz liebe Grüße,
Felix & Eva
(15.05. – 22.05.)

Weiter in die Megastadt: Bangkok | Thailand

Schweren Herzens verabschieden wir uns nach unserer Zeit auf der Insel von Koh Tao und fahren mit der Fähre und dem Bus nach Chumphon. Den Nachmittag verbringen wir wartend am Bahnhof und steigen dann gegen halb 9 endlich in den Zug nach Bangkok. Dieser bringt uns über Nacht in die thailändische Hauptstadt im Norden. Wir tuckern vorwärts im Schlafwagen und nach einer kurzen Zeit des Eingewöhnens können wir in den engen, etwas in die Jahre gekommenen Hochbetten auch etwas Schlaf finden. Die Kontraste in der Stadt begegnen uns schon bei der Fahrt durch die Vororte: Wir sehen im Hintergrund riesige, schicke Wolkenkratzer, während sich vor uns notdürftige Wellblechhütten dicht an die Bahngleise drängen.

Auch nach dem Ausstieg bekommen wir ähnliche Eindrücke: Die hochmoderne, blitzblank geputzte Metro (die nur von den reicheren, überwiegend am Handy hängenden Menschen benutzt wird) steht im Gegensatz zu einfachen, alten Fahrrädern und TukTuks. Unser Weg führt uns zunächst in ein Corona-Testzentrum, um unsere PCR-Tests für die Einreise ins nächste Land (zwei Tage später) machen zu lassen. Von dort fahren wir in das riesige Einkaufszentrum M.B.K., wo wir hoffen, mein (Felix) Smartphone reparieren lassen zu können. Dieses hat den Gebrauch als Taschenlampe bei Starkregen auf Koh Tao leider nicht unbeschadet überlebt und hier in der Shopping Mall finden sich zahllose Handygeschäfte und Werkstätten. Die Reparatur-Odyssee zieht sich über zwei Tage mit zahllosen Ersatzteilen und bleibt am Ende leider doch erfolglos. Den Tag verbringen wir weitestgehend mit Bummeln (soweit das mit den großen Rucksäcken geht) bevor wir am frühen Abend mit dem Skytrain zu unserer Unterkunft fahren.

Am nächsten Tag besuchen wir einen Lebensmittelmarkt in der Stadt – eine sehr eindrückliche Erfahrung. In Erwartung von vielen bunten Obst- & Gemüseständen sind wir von der Masse an Fleisch- & Fischverkäufer*innen überrascht. Besonders die verschiedenen unangenehmen Gerüche und die vielen noch lebenden Fische (die in minimalen Wasserpfützen strampeln und zucken bzw. lediglich nur ab und zu mit Wasser überschüttet werden) schrecken uns ab. Im Anschluss besuchen wir noch den „Wat Pho“, einen großen, Ruhe ausstrahlenden, buddhistischen Tempel mit zahllosen Buddhastatuen, bevor wir uns wieder zurück zum Hotel bewegen und früh ins Bett gehen, um am nächsten Morgen fit für den anstehenden Flug zu sein.

Wir haben Bangkok vor allem für die Möglichkeit eines Direktfluges angesteuert. Die Eindrücke der Stadt sind mir (Felix) vom letzten Besuch noch sehr gut in Erinnerung. Die Stadt ist riesig, laut, versmogt und vollgestopft mit Widersprüchen. Der Besuch hier war sehr eindrücklich, aber wir sind sehr froh, dass wir uns nun wieder auf den Weg in die Natur begeben.

Ganz liebe Grüße,
Felix & Eva

Ganz liebe Grüße,
Eva & Felix
(12.05. – 15.05.)

Ins Meer: Koh Tao | Thailand

Wir verlassen den Regenwald mit dem Minivan in Richtung Osten. Unser Fahrer trainiert wohl für die nächste Kart-Weltmeisterschaft und rast wir ein geistig-verwirrtes Frettchen auf LSD über die Landstraße und durch die Stadt. Dementsprechend dankbar sind wir, als wir nach gefühlten zwanzig Stunden (eigentlich war es nur zwei) in Surat Thani ankommen und unsere Mägen sich allmählich wieder beruhigen. Mit einem zweiten Bus fahren wir (diesmal entspannter) zum Fährterminal und von dort mit dem Speedboat bis zur Insel Koh Phangan. Von da geht es nach einem kurzen Zwischenstopp mit einer Fähre weiter bis nach Koh Tao, einer Insel im Golf von Thailand.

Dieses Eiland ist wesentlich kleiner als die beiden Nachbarinseln Koh Samui und Koh Phangan und außerdem naturbelassener sowie um einiges ruhiger. Es ist hier sehr hügelig, voller Palmen und Dschungel. Das Wasser ist türkisblau und die kleinen Buchten mit dem feinen Sandstrand sind von großen Felsformationen umrahmt. Wir werden am Pier abgeholt und fahren mit einem PickUp in unser Hotel im Süden der Insel. Dort haben wir einen kleinen Bungalow in einem Resort gebucht und schon beim Ankommen sind wir von dem fantastischen Ausblick aufs Meer und dem direkten Strandzugang begeistert. Wir genießen die Zeit hier so sehr, dass wir nach ein paar Tagen entscheiden unseren Aufenthalt auf der Insel und damit in Thailand um eine Woche zu verlängern und verschieben deshalb unseren Weiterflug nach hinten.

Koh Tao bedeutet auf deutsch „Schildkröteninsel“ und ist als Paradies fürs Tauchen und Schnorcheln berühmt. U.a. durch die begeisterten Berichte von anderen Reisenden übers Tauchen motiviert, begeben auch wir uns mit geliehener Schnorchel-Ausrüstung ins Meer. Die ersten Versuche wagen wir am „Aow Luek“-Strand, wo wir zwischen den Felsen zahlreiche verschiedene Fische und bunte Korallen entdecken. Diese entspannte Art die Unterwasserwelt zu erleben macht uns sehr viel Spaß, weshalb wir uns in den nächsten Tagen an verschiedenen Stränden auf die (teils vergebliche) Suche nach Fischen, kleinen Haien und natürlich Schildkröten machen. Außerdem buchen wir eine Schnorcheltour, auf der wir an mehreren verschieden Buchten und einer kleinen vorgelagerten Nachbarinsel Halt machen und die uns durch das miese Wetter mit Regen und starkem Wellengang, welchen wir auf dem Boot zu spüren bekommen, zu einem kleinen Abenteuer wird.

Unsere restliche Zeit auf Koh Tao verbringen wir mit dem Erkunden der verschiedenen Bereiche der Insel, dem Erklimmen steiler Straßen und entlegener Buchten, dem Genießen von fantastischem Frühstück im Hotel (Reissuppe und Müsli), dem Durchprobieren weiterer verschiedener thailändischer Gerichte (grünes Curry, gebackene Bananen, Kokosnusssuppe, Tom Yam-Suppe, Glasnudelsalat, Pad Thai, Frühlingsrollen, Mango Sticky Rice und vieles mehr), dem Besuch eines Kochkurses, dem Faulenzen am Strand oder auf unserer Terrasse, dem Bummeln durch Geschäfte am „Sairee-Beach“, dem Wiedersehen mit anderen Reisenden bei Cocktails am Strand und dem mehrmaligen Besuch der schönen Cafés.

Durch die sehr entspannte und idyllische Inselatmosphäre, unsere tolle Unterkunft und die aufregenden Aktivitäten verbringen wir eine wohltuende und ziemlich perfekte Zeit hier. Auch trotz des teils sehr regnerischen Wetters genießen wir das Inselleben sehr und reisen ausgeglichen und mit weiteren tollen Erinnerungen im Gepäck wieder ab.

Ganz liebe Grüße,
Felix & Eva

Ganz liebe Grüße,
Eva & Felix
(01.05.- 12.05.)

Ab in den Regenwald: Khao Sok Nationalpark | Thailand

Weil ich (Eva) schon seit langem mal in einen Regenwald möchte, fahren wir mit dem Taxi von Phuket aus nach Norden in den Khao Sok Nationalpark. Schon auf dem Weg dahin begrüßt uns der Dschungel stilecht mit starken Wolkenbrüchen und einem Elefanten, der uns auf der Landstraße entgegenspaziert.

Unsere Unterkunft ist sehr simpel gehalten: Eine einfache Holzhütte auf einem entspannten Hof. Beim Frühstück und Abendessen kriegen wir stets Besuch vom Hofhund, einer der vielen Katzen oder der Truthahnfamilie, die gleich neben der Küche ihren Stall hat. Unsere Gastgeber*innen sind wahnsinnig freundlich, versorgen uns mit leckeren Ananas- / Bananenpfannkuchen und zeigen uns nach einer kleinen Gartentour die Zubereitung von traditionellem thailändischen Papayasalat. Wie so oft hier sorgt der Unterschied zwischen scharf (europäisch) und scharf (thailändisch) für Unterhaltung. Alles um uns herum strahlt in satten Grüntönen und bereits der Weg von unserem Schlafplatz zum Eingang in den nahezu unberührten Dschungel führt uns vorbei an riesigen Palmen, Papayabäumen, gigantischen Elefantenohr-Pflanzen und Cashewbäumen (…).

Wegen meiner (Felix) Mittelohrentzündung lassen wir es zunächst ruhig angehen und unternehmen nur vereinzelte Ausflüge in den kleinen Ort oder den Nationalpark. Bei einer Eispause am Stadtfluss beobachten wir eine Affenfamilie, die am anderen Ufer herumklettert und -springt. Durch eine geführte Yogastunde über dem Blätterdach mit tollem Ausblick auf den Sonnenuntergang verspüren wir am nächsten Tag Muskelkater. Als wir dann das erste Mal ins Naturschutzgebiet gehen, sind wir von der gesamten Atmosphäre vollkommen eingenommen: Wir sind im Regenwald! Es ist wunderschön. Die tollen Farben, die gewaltige Geräuschkulisse (Zikaden, Vögel, Affen, …), die ineinander verschlungenen Pflanzen und die vielfältige Tierwelt sind wirklich ein Fest für unsere Sinne. Zunächst erkunden wir nur zu zweit beim Trekking die Umgebung. Auf unserem Weg begegnen wir Krebsen, herumtollenden Makaken, Languren beim Mittagsschlaf, einem Skorpion (2cm von Evas Schuh entfernt) und verschiedenen Vögeln.

Nach ein paar Tagen fahren wir mit einem sehr uneuropäischen Taxi (wir sitzen auf selbstgezimmerten Holzsitzen, die auf die Ladefläche eines alten, rostigen Pickups geschraubt wurden) in eine andere Unterkunft, über die wir einige Touren gebucht haben. Nach dem Einchecken geht es direkt los zu einer Kanutour. In gemütlichem Tempo schippern wir den Fluss entlang, trinken „Dschungelkaffee“ aus Bambusbechern am Lagerfeuer, erleben den tropischen Regen hautnah (wir sind patschnass) mit und beobachten die faszinierende Natur um uns herum. Wir entdecken orangene Fische, eine Affenfamilie, zahllose Wasserläufer, eine große Eidechse, bunte Vögel, riesige Frösche und eine Schlange, die im Baum über uns ein Nickerchen hält. Nach einer Stärkung in der Unterkunft begeben wir uns wieder in den Dschungel zur Nachtsafari. Mit Taschenlampen ausgerüstet schlagen wir uns durch den Regenwald, wobei wir stets unsere Umgebung nach Tieren absuchen. Unser Guide weist uns auf diverse Affen hin, die hoch über uns im Bambus schlafen und nach ein paar Minuten fangen auch wir an, verschiedenste Lebewesen um uns herum zu entdecken. Nachts sind sehr viele Insekten unterwegs und wir beobachten zahllose Spinnen, Käfer, Zikaden, Heuschrecken, „Walking Sticks“ (Stabheuschrecken) und Tausendfüßler. Aber auch andere Tiere wie Vögel, Frösche, Chamäleons und einen 30cm langen Gecko finden wir. Besonders die Größe der Insekten (die meisten sind 8-20cm lang), die Farbenvielfalt der Pflanzen und Tiere, die Geräuschkulisse und die Stimmung nachts im Dschungel, beeindrucken uns.

Am nächsten Morgen fahren wir mit einem vollbesetzten Minivan los nach Osten, wo wir nach einem kurzen Zwischenstopp an einem Markt nach ca. 1,5 Stunden am „Cheow Larn Lake“ ankommen. Der 1982 künstlich angelegte Stausee hat türkisblaues Wasser und ist von steil aufragenden, wild bewachsenen Felsklippen umsäumt. Mit einem „Long-Tail-Boot“ (langes, flaches Holzboot mit Automotor als Antrieb) fahren wir über den See bis zu einer kleinen Ansammlung schwimmender Bungalows. Auf diesen „Raft Houses“ werden wir die folgende Nacht verbringen. Dort angekommen springen wir erstmal zur Erfrischung ins Wasser und drehen eine Runde mit dem Kajak, bevor wir uns dann ein ausgiebiges Thai-Mittagessen schmecken lassen. Nach diesem geht es mit der Anweisung: „Taschenlampen mitnehmen, feste Schuhe, die nass werden dürfen, anziehen und, wenn möglich, alle elektronischen Geräte da lassen oder wasserdicht verpacken!“ zurück aufs Boot. Nach einer ca. 30-minütigen Fahrt folgt eine kurze wunderschöne Wanderung durch den Dschungel, bei der wir durch mehrere Schmetterlingsschwärme laufen und ein paar Flüsse durchqueren, wodurch unsere Schuhe nach und nach immer nasser werden. Unser Ziel ist eine wenig einladende Felsspalte, aus der uns ein Bach entgegenströmt. Dieser Punkt markiert den Eingang (bzw. für die meisten den Ausgang, wie wir später feststellen) in die „Nam Talu Höhle“. Immer weiter wagen wir uns ins Innere, bis alles Tageslicht verschwunden ist und wir nur noch das Licht unserer Stirnlampen haben (und dann natürlich noch weiter). Wir durchqueren die anfangs sehr enge Höhle. Von oben ragen Stalaktiten herab und von unten steht uns das Wasser mal bis zum Knie, mal bis zum Bauch und teilweise ist es so tief, dass wir nur noch schwimmend weiterkommen. Nach einer Weile des Kletterns und Watens öffnet sich die Höhle allmählich, wodurch das Vorankommen einfacher wird. An der Decke hängen nun unzählige Fledermäuse ab (hehe „abhängen“, versteht ihr? :D) und gelegentlich flattern sie um uns herum. Auch die ein oder andere Riesenspinne lebt hier. Das Ende (bzw. der eigentliche Eingang) der Höhle ist wesentlich geräumiger als unser Ausgangspunkt und nach einer Stunde in Dunkelheit sind wir froh, wieder die Sonne zu sehen. Von hier geht es zurück durch den Dschungel, bevor wir auf der Rückfahrt mit dem Boot noch einen Stopp zur Affenbeobachtung einlegen. Am nächsten Morgen stehen wir vor Sonnenaufgang auf und genießen die Morgenstimmung zunächst an der Unterkunft und später bei der Morgensafari vom Wasser aus. Hier können wir einigen Gibbons dabei zusehen, wie sie sich von Ast zu Ast hangeln (Tarzan lässt grüßen). Später am Tag genießen wir die tollen Ausblicke bei einer weiteren Bootsfahrt und besuchen noch eine (weit weniger abenteuerliche) Höhle. Nach den sehr eindrücklichen Tagen am See und den vielen guten Gesprächen mit unseren Mitreisenden fahren wir zurück und verbringen noch eine letzte Nacht am Rande des Regenwaldes.

Diese Woche war sehr intensiv, wunderschön und beeindruckt uns nachhaltig. Das Gefühl, vollständig in die Natur einzutauchen, die vielen visuellen und akustischen Eindrücke, die unzähligen Tierbegegnungen, die vielseitige körperliche Bewegung, die Ruhe, die Begegnungen mit anderen Reisenden und weiterhin das Privileg zu zweit unterwegs zu sein machen diese Zeit zu einem absoluten Highlight für uns.

Ganz liebe Grüße aus dem Regenwald,
Eva & Felix

Liebe Grüße,
Felix & Eva
(24.04. – 01.05.)

Ankunft in Asien: Phuket | Thailand

Vom Flughafen Heathrow fliegen wir in ungefähr zwölf Stunden über Nacht nach Südthailand. Nachdem wir die ganze Einreise-Prozedur hinter uns gebracht haben, warten wir in unserem Hotelzimmer die (glücklicherweise negativen) PCR-Testergebnisse ab.

Unser erster Eindruck: Hier ist es wunderschön. Man fühlt sich in der tropisch-feuchten Hitze wie in einem offenen, natürlichen Gewächshaus und wir nutzen die ersten paar Tage um uns zu akklimatisieren. Zum Frühstück unter Palmen genießen wir gebratenen Reis, frisches Obst, Waffeln und Pancakes und zum Abendessen verschiedene Currys, Pad Thai (gebratene Reisnudeln) und andere sehr leckere Gemüsegerichte. Um an den Strand zu kommen, überqueren wir die Straße vor dem Hotel. Das warme, türkisfarbene Wasser, der feine Sand und das mit Palmen gesäumte Ufer mit vielen Hängematten versprühen eine ganz besondere Stimmung. Wir erfrischen uns bei kalten Getränken, frischer Kokosnuss und leckerer Mango. Außerdem ist es für uns relativ ungewohnt in einer Hotelanlage / Resort mit zwei Pools und großzügig angelegtem Garten zu übernachten, weshalb wir das Gelände ausgiebig erkunden.

Ein ganz beeindruckendes Highlight für uns ist der Besuch einer Elefanten-Station. Natürlich ist / wäre es am schönsten, Elefanten nur in freier Wildbahn zu beobachten. Die touristische Nutzung dieser Tiere ist in Thailand weit verbreitet, was allerdings leider häufig mit schlechten Lebensbedingungen und Qualen für die Elefanten verbunden ist. Deshalb sind wir froh eine Einrichtung zu finden, welche sich an europäische Tierschutzrichtlinien hält. In diesem Kontext ist es für uns einigermaßen vertretbar und es ist extrem besonders für uns, diesen Tieren ganz nah kommen zu können.

Damit wir noch ein bisschen mehr von der großen Insel Phuket sehen, bleiben wir noch einige Nächte auf einem Zeltplatz im Süden. Das ganze Gelände ist mit wundervollen Pflanzen bedeckt und wir bekommen immer mehr das Gefühl, in der Natur zu sein. Wir genießen die entspannte Atmosphäre im zugehörigen Café, besuchen einige schöne Strände und bestaunen den Sonnenuntergang am Promthep Cape.

Zum krönenden Abschluss besuchen wir auch noch ein thailändisches Krankenhaus. Ich (Felix) habe mir leider trotz Vorbeugung mit Ohrentropfen eine heftige Mittelohrentzündung geholt. Das geschieht hier wohl recht häufig, da sich im warmen Meerwasser Korallenstaub ansammelt, der eine entsprechende Entzündung auslösen kann. Bei der Gelegenheit lassen wir direkt noch meinen (Evas) hartnäckigen Hautausschlag an den Händen untersuchen. Ein paar hundert Euro ärmer, aber dafür mit reichlich Medikamenten im Gepäck brechen wir schließlich zum nächsten Ziel auf.

Insgesamt gefällt uns unser Start in Thailand gut. Das tolle Essen, der Kontakt mit den meist sehr herzlichen Menschen, die vielen Palmen und die unterschiedlichen Strände sind ein Genuss. Wir freuen uns, nun in diesem Teil der Erde angekommen zu sein und in den kommenden Tagen / Wochen noch viele weitere Einblicke in die Natur und Kultur Thailands zu erhalten.

Ganz liebe Grüße,
Eva & Felix

Ganz liebe Grüße,
Felix & Eva
(17.04. – 24.04.)

Kultur in London | England

Mit dem Eurostar-Zug fahren wir in rasantem Tempo von Paris nach London. Wir freuen uns diese Stadt noch einmal zu besuchen. Zudem haben wir London als Ziel gewählt, da vom Flughafen Heathrow viele internationale Direktflüge abgehen.

Dieses mal haben wir über AirB’n’B ein Zimmer bei einer Familie etwas außerhalb des Zentrums gemietet. Die Unterkunft ist sehr gemütlich und preislich noch im Rahmen, im Gegensatz zu fast allen anderen Möglichkeiten, die wir online gefunden haben. Durch die sehr teuren Tickets für U-Bahn & Co sind wir die meiste Zeit zu Fuß unterwegs und erkunden so einen großen Teil der Stadt bereits am Ankunftstag. Vom Bahnhof King’s Cross aus geht es zum Leicester Square, wo wir uns bei ausgelassener, entspannter Stimmung um uns herum erst einmal mit einem Becher Eis stärken. Durch den Covent Garden, vorbei an der St. Pauls Cathedral laufen wir bis zum Tower und von dort aus noch eine gute Stunde weiter nach Westen ins Viertel Poplar.

Am nächsten Tag besuchen wir nachmittags das beeindruckende „König der Löwen“-Musical und sind von der Stimmung und der Iszenierung begeistert. Im Anschluss holen wir uns Sandwiches und einen Wrap (wie häufiger in diesen Tagen beim Pret à Manger) und entscheiden uns dafür, eine ausgiebigere Route für den Heimweg zu nehmen. So kommen wir am Buckingham Palace, an Westminster Abbey und am Palace of Westminster mit dem Big Ben vorbei. Am anderen Themseufer stoßen wir auf die „National Covid Memorial Wall“, eine kilometerlange Mauer, die komplett mit roten und rosafarbenen Herzen bemalt ist. Jedes Herz ist einem an Covid-19 verstorbenen Menschen gewidmet. Dieses Denkmal berührt uns. Auf dem weiteren Weg sehen wir das London Eye, das Shakespeare Theater, das imposante Hochhauspanorama und viele beleuchtete Brücken, u.a. die Tower-Bridge.

Die verbleibenden beiden Tage verbringen wir mit der Planung für die Weiterreise, dem Entspannen in einem der vielen schönen Parks und einem ausgiebigen Besuch des Camden Markets, wo wir von der Masse an Menschen und StreetFood-Angeboten erst einmal (wieder) überwältigt werden. Außerdem nutzen wir die tolle Möglichkeit, immer mittags Restkarten für diverse Musicalvorstellungen zu stark reduzierten Preisen kaufen zu können. Auf diese Art und Weise ergattern wir tolle Plätze für das wirklich atemberaubende Theaterstück „Life of Pi“ und das sehr unterhaltsame Musical „Pretty Woman“ für erstaunlich wenig Geld. Die Abende lassen wir stets bei einem gemütlichen Cider ausklingen.

An unserem letzten Tag in London machen wir uns nach dem Frühstück ganz entspannt auf den Weg in die Stadt, wo wir noch einige Zeit mit Fish&Chips essen und Sonne tanken in Parks verbringen. Danach fahren wir mit der U-Bahn und dem sehr teuren Zug (in London sind an Ostern wohl immer Bauarbeiten, weshalb viele U-Bahnlininen gesperrt sind) zum Flughafen Heathrow.

London finden wir auch dieses Mal sehr schön. Durch die unfassbar vielen Menschen und den ganzen Trubel sind wir froh, uns immer mal wieder eine Auszeit in der Frühlingssonne in den Parks zu nehmen. Die drei Musical- bzw. Theateraufführungen sind die Highlights unseres Aufenthalts.

Ganz liebe Grüße,
Felix & Eva

Liebe Grüße,
Eva & Felix
(12.04. – 16.04.)

Mit dem Zug nach Paris | Frankreich

Nach unserem längeren Aufenthalt in Deutschland machen wir uns von Schongau aus weiter auf den Weg. Mit dem Zug fahren wir mit mehreren Zwischenstopps und reichlicher Verspätung wegen eines ausgefallenen ICEs über Stuttgart nach Mannheim. Dort wechseln wir in die erste Klasse des TGVs (weil wirs können und weil die zweite ausgebucht war). In Paris angekommen sind wir dankbar, dass wir uns schon im Vorfeld mit dem Ticketchaos der öffentlichen Verkehrsmittel auseinandergesetzt haben, wodurch wir dann relativ zügig zu unserer Unterkunft kommen. Wir haben uns für eine Zelthütte auf einem Campingplatz in Versailles entschieden. Dadurch genießen wir in den kommenden Tagen eine sehr angenehme Mischung aus Natur und Großstadt. Das Wetter ist (ähnlich wie zu der Zeit in Deutschland) sehr durchwachsen.

… und dann stehen wir auf einmal vor dem Eiffelturm. Unser erster Ausflug in die Stadt bringt uns direkt zum Pariser Wahrzeichen und wir verbringen einen sehr schönen Abend mit Livemusik und Blick auf diese beeindruckende Konstruktion sowie die Lichtshow des Turms. Auf die total übertriebene Glitzerbeleuchtung, die nachts einmal die Stunde für fünf Minuten angeht, hätten wir verzichten können, auch wenn sie von lauten „Ohhhhh“-Rufen der Leute begleitet wurde.

Bei weiteren Ausflügen besuchen wir das Regierungsviertel, die Kathedrale Notre Dame, das Rathaus, das Centre G.Pompidou, die Rue de Rivoli, das Gelände des Louvre, den Jardin des Tuileres, den Place de la Concorde, die Champs d’Élysées, den Arc de Triomphe, das Schloss Versailles (von außen) mit der riesigen Gartenanlage, eine Romy Schneider Ausstellung in der Cinémathèque, den Place Colette und das Künstlerviertel Montmartre mit der Kathedrale Sacre Coeur. Besonders eindrucksvolle Momente sind für uns eine große Tanzeinlage beim Louvre, ein Chor aus vielen Menschen, die gemeinsam mit einem Straßenmusiker John Lennon’s „Imagine“ singen, das Erleben eines Teils der Palmsonntagsmesse in Sacre Coeur sowie mit Pistazien & Wein unter dem nächtlichen Eiffelturm zu sitzen. Auch kulinarisch genießen wir Frankreich sehr und sind immer auf der Suche nach Croissants und Crêpes.

Gegen Ende unseres Aufenthalts wird das Wetter immer besser, wodurch wir auch endlich draußen kochen und uns entspannen können. Gleichzeitig wird der Campingplatz, den wir am Anfang fast für uns alleine hatten, immer voller und platzt mit Beginn der Osterferien (in Frankreich & Deutschland) fast aus allen Nähten.

Insgesamt hat uns Paris sehr gut gefallen und wir freuen uns, dass unsere Energie immer mehr zurückkommt. Nach gut einer Woche packen wir unsere Rucksäcke wieder ein und düsen innerhalb von 2h 20min mit dem Zug zu unserem nächsten Ziel und gleichzeitig aus der EU heraus.

Liebe Grüße,
Eva & Felix

Arc de Triomphe

Liebe Grüße,
Felix & Eva
(04.04. – 12.04.)