Eine für eine Bali-Reise typische Aktivität ist der Aufenthalt in einem Yoga-Retreat, einer Art Wellness-Hotel mit Fokus auf diesen Sport. Da wir sehr gerne viel Yoga machen, uns die meisten Angebote aber entweder zu teuer oder zu detailliert durchgeplant sind, entscheiden wir uns dazu, uns unser eigenes Entspannungsprogramm zusammen zu basteln. Dafür suchen wir uns eine schöne Villa (gefühlte 80% der Unterkünfte werden auf Bali als Villen bezeichnet) im Sumberkima Hill Resort. Außerdem wollen wir bewusst den weniger touristisierten Norden erkunden.

Von der großen Terrasse (mit Riesencouch) genießen wir einen atemberaubenden Ausblick auf das Meer, die dicht bewachsenen Hügel sowie die massiven Vulkane der Nachbarinsel Java. Diese sind tagsüber jedoch oft wolkenverhangen und deshalb kaum am Horizont auszumachen. In den Abendstunden klart es aber meist auf, wodurch wir spektakuläre Sonnenuntergänge beobachten dürfen. Wir praktizieren die unterschiedlichsten Arten Yoga (angeleitet, freier, sportlicher, entspannter, ruhiger) zu ganz verschiedenen Tageszeiten. Außerdem genießen wir den direkten Zugang zu dem großen Pool, in dem wir täglich schwimmen gehen und die Tatsache, dass vor unserem Haus Maracujas wachsen. Des Weiteren verbringen wir viel Zeit mit Lesen, Spielen, Kochen und tollem Essen. Der nahe gelegene Spa-Bereich des Resorts wird vor allem von mir (Eva) ausgiebig genutzt und ich komme zu diversen verschiedenen Behandlungen. Wir erkunden die Umgebung bei einer sonnigen Wanderung und nutzen außerdem die Zeit, um unsere Weiterreise zu planen.

Da der Norden Balis für Delfinsichtungen bekannt ist, begeben wir uns eines frühen Morgens (Abfahrt 05:00 Uhr) mit einem traditionellen indonesischen Fischerboot (Jukung) auf die Suche nach den Meeressäugern. Im Licht der aufgehenden Sonne entdecken wir dann zwei größere Schulen, die alle paar Minuten zum Luftholen an die Oberfläche kommen. Die Beobachtung erfüllt uns mit ganz viel Freude. Jedes Mal, wenn die Tiere auftauchen, versuchen wir mehr Einzelheiten zu erspähen und grinsen dabei übers ganze Gesicht. Von unserer Position am Bug des kleinen Bootes können wir außerdem die Sonne genießen und blenden alles andere für den Moment aus.

Im krassen Gegensatz zu diesem entspannenden Erlebnis steht unsere Rückfahrt nach Denpasar zum Flughafen. Für die ca. 140 km Strecke benötigen wir unvorhersehbarerweise statt den angekündigten vier Stunden das doppelte an Zeit. Der Grund hierfür ist, dass auf Bali an diesem Tag ein hinduistischer Feiertag ist (am Vortag war eine große Zeremonie), weshalb gefühlt ganz Bali auf den Straßen unterwegs ist und Ausflüge macht. Unser Fahrer gibt sich aber alle Mühe, uns rechtzeitig an unser Terminal zu bringen, was einige Hollywood-reife Überholmanöver einschließt. Im Film fühlen sich solche Situationen immer positiv spannend an – ganz im Sinne des großen Action-geladenen Finales kurz vor dem Ende. In der Realität bringt das Gefühl uns an unsere Grenzen. Teilweise minutenlang stillzustehen und nicht zu wissen, wann es weiter geht ist wirklich ätzend. Glücklicherweise schaffen wir es noch einigermaßen pünktlich zum Flughafen. Wir können (zwar fix und fertig) bestätigen, dass das Gefühl, wenn der/die Protagonist*in am Ende des Streifens entspannt die Gangway entlangläuft, eine echte Erleichterung ist.

Die Entspannung, die Wärme, die viele Bewegung, die hohe Luftfeuchtigkeit und das viele Draußensein empfinden wir als sehr wohltuend. Unsere Zeit in Indonesien war voller spannender Eindrücke und wir sind froh, dass wir so viele Facetten von Bali entdecken durften. Trotzdem freuen wir uns sehr auf die Weiterreise, auch wenn wir die fantastische Pflanzenvielfalt, die ungeheure Blütenfülle und das angenehme Klima (konstante, sonnige 25-30°C mit gelegentlichem Regen) vermissen werden.

Viele tropische Grüße,
Eva & Felix

Ganz liebe Grüße,
Felix & Eva
(03.06. – 09.06.)

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