Die Fährfahrt durch die „Philips Bay“ ist sehr entspannt und wir nutzen die Stunde auf dem Boot in der Sonne, um Seevögel zu beobachten und entdecken sogar einen Seehund, der uns aus dem Wasser heraus zuwinkt. Unser nächstes Ziel ist die „Philip Island“, eine kleine Insel südlich von Melbourne.

Die Route unterscheidet sich sehr von unseren bisherigen Erfahrungen auf der Great Ocean Road. Statt der kurvenreichen Küstenstraße bewegen wir uns nun auf breiten Landstraßen, die sich teilweise kilometerlang schnurgerade durch die Landschaft ziehen. Links und rechts sehen wir vor allem große Farmgebiete mit riesigen Schaf- oder Rinderherden. Wir halten weiterhin Ausschau nach Wildtieren. In Australien findet man alle paar Meter die typischen gelben „Känguru-Warnschilder“ (manchmal auch mit anderen Tieren darauf, wie Koalas oder Wombats) an der Straße. Es wurde uns mehrfach davon abgeraten in der Dämmerung bzw. nachts zu fahren, da es dann besonders viele Tiere gibt, die sich auf den Straßen aufhalten können. Leider sehen wir während unseres Roadtrips auch immer wieder die Folgen von Wildunfällen, die für die Tiere selten gut ausgehen.

Philipp Island ist ein beliebtes Reiseziel, was durch die relative Nähe nach Melbourne begünstigt ist. Wir suchen uns für zwei Nächte einen schicken Campingplatz am Meer (das Frühstück hier bei Sonnenaufgang ist besonders schön) und erkunden ausgiebig die Gegend. Unser Weg führt uns in ein Koala-Schutzzentrum, bei dem wir viel Zeit mit dem Finden und anschließenden Beobachten der kuscheligen Tiere verbringen. Vom Schutzzentrum aus fahren wir an die Spitze der Insel, wo eine schön angelegte Spazierroute liegt. Einen guten Ausblick haben wir von dort auf die vorgelagerten Felsen und die große Kolonie an Robben, die diese beheimaten. Wir verbringen hier einen entspannten Nachmittag mit dem Beobachten der vielen Seehunde, die in größeren Gruppen die Küste entlangschwimmen und dabei immer wieder aus den Wellen springen. Im Anschluss fahren wir über eine wunderschöne Schotterpiste weiter die Küste entlang, wobei wir wieder einige Wallabys entdecken, die im sonnengelben Dünengras sitzen und die untergehende Sonne genießen. Auch einige besondere Vogelarten gibt es hier: Bunte Papageien und riesige Wildgänse haben sich auf der Insel breit gemacht.

Unser letzter Stopp für diesen Tag ist die berühmte „Penguin Parade“, ein touristisches Highlight, welches sich bei genauerem Hinschauen als wahre Gelddruckmaschine erweist. Durch ein riesiges, hochmodernes Besucherzentrum geht es über Holzbrücken zu zwei großen Tribunen am Strand. Hier sitzen zahlreiche Menschen, die im kalten Wind auf den Sonnenuntergang warten. Mit der Dunkelheit kommen hier nämlich jeden Abend viele Zwergpinguine aus dem Meer, um sich in kleinen Gruppen auf den Weg über den Strand zu ihren Nestern in den Dünen zu machen. Für knappe 30$ kann man also den kleinen Wasservögeln beim Watscheln zusehen. Für uns entsteht leider der Eindruck, dass entgegen der Beteuerungen der Veranstalter*innen der Schutz der Tiere nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die riesigen Scheinwerfer, die den Strand beleuchten und die nicht zu unterschätzende Lautstärke der vielen Tourist*innen erwecken bei uns den Eindruck, dass ein ziemlicher Stress auf die Pinguine auslöst wird. Trotz allem erfreut uns der Anblick der kleinen Tiere sehr (auch wenn wir nur ganz wenige sehen).

Von der Insel fahren wir weiter nach Westen. Unsere nächste Etappe führt uns wieder eher durchs Hinterland, durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete und kleine Dörfer. Als Ziel haben wir uns den „Wilsons Promontory Nationalpark“ ausgesucht. Dieses Naturschutzgebiet liegt auf einer vorgelagerten Halbinsel, welche vor allem durch Wanderwege erschlossen ist. Die Insel besteht aus weiten Buschlandschaften, die von kleinen Flüssen durchzogen werden und an den Rändern von Bergen gesäumt sind. Es finden sich zahlreiche Buchten mit türkisblauem Wasser und feinen Sandstränden. Von einem Schild, auf dem „Wildlife Spotting“ steht, angezogen, fahren wir auf einen kleinen Parkplatz neben der einzigen Straße im Park. Neben unserem Auto entdecken wir auf einer Wiese einen großen Emu. Der Laufvogel ist ganz gemütlich am Fressen und lässt sich von gar nichts beeindrucken. Wir versuchen uns ganz leise, Stück für Stück zu nähern und sind ganz vorsichtig. Als wir nur noch ca. 10 m entfernt sind, kommt hinter uns eine niederländische Familie an, läuft laut redend und lachend zwei Meter an dem Tier vorbei und lässt unsere Anschleich-Safari-Vibes ziemlich alt aussehen. Von der Wiese aus begeben wir uns in den Busch, wo wir nach einiger Zeit des Wanderns und Ausschauhaltens einige Riesenkängurus entdecken, die im goldenen Gras entspannen. Außerdem entdecken wir mehrere Wombats. Diese putzigen Tiere sehen aus wie riesige Meerschweinchen und sind relativ entspannt gegenüber Menschen. Die enorme Kraft der Tiere, die sie vor allem zum Graben ihrer Höhlen benötigen, bemerken wir am Abend: Wir sitzen gemütlich im Van, als auf einmal das ganze Auto anfängt zu wackeln, weil sich ein Wombat dagegen drückt. Der Nationalpark gefällt uns wirklich gut. Neben den Tieren bei der „Safari“ gibt es hier viele weitere Wombats, bunte Papageien und Wallabies. Wir machen hier eine ausgiebige Wanderung, besuchen einige Strände und genießen die Natur in vollen Zügen.

Von dem Nationalpark aus fahren wir weiter in Richtung Nordosten durch Gippsland. Hier befinden sich zahlreiche Seen, auf denen sich u.a. schwarze Schwänze, Pelikane und allerlei andere Vögel tummeln. Einmal übernachten wir in den Dünen am „100-Mile-Beach“, wo wir einen entspannten Abend am Lagerfeuer unter einem prachtvollen Sternenhimmel verbringen. Außerdem beobachten wir noch einmal Seehunde, die im Hafen herumtollen. Wir genießen die Farben des Sonnenuntergangs an unserem Schlafplatz am See und machen es uns in „R2Schlaf2“ gemütlich.

In diesen Tagen unseres Roadtrips lernen wir noch einmal viele weitere Seiten Australiens kennen. Die zahlreichen Begegnungen mit der Tierwelt, das sonnige Wetter, die ländliche Atmosphäre, die großen Weideflächen sowie die Seen und das Meer sind für uns sehr eindrücklich. Das mittlerweile sehr eingespielte Leben im Campervan tut uns gut. Unser Tagesrhythmus richtet sich sehr nach dem Sonnenverlauf, sodass wir ziemlich früh in den Tag starten und uns spätestens beim Einbruch der Dämmerung einen Platz für die Nacht suchen.

Ganz liebe Grüße,
Felix & Eva

Ganz liebe Grüße,
Eva & Felix
(17.06. – 22.06.)

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